~dann halt doch gut gelaunt~

Noch 27 Tage.

Irgendwie hatte ich gestern eindeutig zu gute Laune. Also jetzt nicht zu gut .. aber es war schon irgendwie beängstigend. Das fing damit an, dass ich weit vor Lieblingsvatis Weckruf wach und vor allem auf den Beinen war, so dass wir weit vor unserer normalen Zeit einkaufen bzw. Kaffee trinken konnten. Dazu die Tatsache, dass meine Wohnung eigentlich ihren Wochenendputz schon so gut wie hinter sich hatte und ich eigentlich nur noch eben Staub saugen musste. Traumhaftes Wetter, ausnahmsweise beim Aufstehen mal keine Rückenschmerzen .. die Kombination konnte also nur gute Laune verursachen.

Da ich mit zu guter Laune allerdings nicht wirklich etwas anfangen kann, musste sofort etwas dagegen unternommen werden. Samstag, dreizehn Uhr .. was liegt da näher, als sich ein Spiel der lieben und netten Jungs aus Bochum anzusehen? Wenn du vorher keine schlechte Laune hast .. die bekommen das mit ihrer Spielweise hin.

Dachte ich. vflaue

Das Stadion logischerweise leider fast leer, hatte aber den Vorteil, dass sich sowohl die Parkplatzsuche, als auch die Bierbeschaffung, als auch die Kurvenplatzsuche als recht kleine Herausforderung herausstellte. Bier Samstag Mittag um zwölf bzw. halb eins. Der Gedanke daran ist immer noch voll schräg, aber Fußball ohne ein Becherchen? Funktioniert immer noch nicht. Grad in Bochum nicht, wo man stellenweise eher das Bedürfnis hat, sich an eine Flasche Wodka oder ähnliches zu kuscheln.

Also völlig darauf eingestellt, ein ähnlich depressiv machendes Spiel zu erleben wie beim letzten Mal, wurde ich dann allerdings doch überrascht. Sowohl von der Stimmung in der Kurve, die dieses Mal wieder deutlich besser, deutlich lauter war, als auch von dem Treiben der Kerle auf dem Platz. Was war das? Konnten die auf einmal wieder Fußball spielen? Ich war da, um meiner Laune einen Dämpfer zu verpassen .. und was muss ich sehen? Bochumer, die hinter einem Ball hinterherlaufen. Bochumer, die versuchen, das gegnerische Tor zu treffen. Bochumer, die sich endlich mal den Hintern aufreißen und laufen. Ich gestehe, ich war schockiert .. und hätte dringend ein weiteres Bier brauchen können.

Halbzeit und es stand noch null null, allerdings kein zittriges Unentschieden, sondern mehr so eins, als wären wirklich drei Punkte möglich.

Die zweite Halbzeit machte quasi da weiter, wo die erste aufgehört hatte. Es dauerte noch etwas über zehn Minuten, bevor sich meine Hoffnung auf schlechtere Laune völlig zerstört sah. Eins null für Bochum .. dass ich das noch erleben durfte? Es folgte eine weitere halbe Stunde, in der sich unter anderem meine Stimme völlig verabschiedete. Ich bin vermutlich einfach wirklich zu alt für so eine Aufregung.

Es blieb beim eins null für Bochum .. auch wenn man alleine in den letzten Minuten noch mindestens ein Tor hätte drauflegen müssen. Wäre ich immer noch so scharf auf schlechtere Laune gewesen, hätte ich mich darüber mit Sicherheit aufregen können … stattdessen allerdings nur grenzenlose Freude über drei weitere, lebenswichtige Punkte. Und die Hoffnung, dass die Jungs doch etwas mehr können, als das Wort Ball nur zu buchstabieren. Und das Gefühl, mal wieder mit dem Schal im Auto nicht nur mitleidserregend aufzufallen.

Wer braucht an so einem Wochenende schon schlechte Laune?

~…weil ich ein Mädchen bin~

Noch 31 Tage.

Irgendwann musste es ja mal so kommen. Der VfL verliert nach dem kurzen Zwischenhoch in Aalen wieder ein Spiel nach dem Anderen … und ich leide unter mädchenhaften Anwandlungen, nur damit ich mich nicht mehr mit dem Thema Fußball beschäftigen muss.

Nach einem kurzzeitigem Ohrringeinkaufswahn waren dann heute meine Nägel an der Reihe. Berufsbedingt sehen die Dinger nicht unbedingt toll aus, aber in letzter Zeit wird es echt arg. Entweder brechen mir die Dinger sowieso direkt ab .. ansonsten übernehme ich die Zerstörung mit scharfen Messern, Rasierklingen .. oder dem Kauwerkzeug. Letzteres ist nicht hübsch, konnte ich mir in stressigen Zeiten aber leider immer noch nicht ganz abgewöhnen. Auch wenn ich zu meiner Verteidigung sagen muss, dass es schon deutlich besser geworden ist. Momentan allerdings sehen sowohl meine Nägel als auch meine Nagelhaut wieder zum Fürchten aus.

Jetzt liebäugel ich ja schon seit einer ganzen Weile mit den Gelnägeln, einfach nur, damit dieses Frenchzeug endlich mal vernünftig hält. Ja, dafür habe ich ganz mädchenhaft schon eine kleine Schwäche. Eigentlich wollte ich mir das einfach nur mal zum Urlaub gönnen. Fast drei Wochen Türkei, das würd schon irgendwie hinhauen. Allerdings weiß ich auch von Lieblingsmutti noch, dass sie am Anfang schon ziemliche Schwierigkeiten hatte, sich an die zusätzliche Schicht auf dem Nagel zu gewöhnen. Und das wollte ich bei mir eigentlich vermeiden. Logische Schlußfolgerung? Ein Monat Probetragen muss her. Berufsbedingt zwar nicht das Ideale .. aber ich habe schon mehrere Schwestern mit solchen Nägeln gesehen und da ich nicht den Plan hatte, mir zwanzig Zentimeter lange Mordwerkzeuge als Krallen stehen zu lassen ..

Jedenfalls waren Lieblingsmutti und ich dann gestern in Hattingen und haben die arme Nagelfrau dezent in den Wahnsinn getrieben. Zwischendurch hat man ihre Genervtheit deutlich gemerkt, aber trotzdem hat sie geduldig alle anfallenden Fragen beantwortet .. und mir auch wirklich und tatsächlich die Nägel quasi bis auf die Grundmauern abgeschliffen, so dass selbst mit Gel ich nicht viel längere Nägel habe als ohne. Momentan fühlt sich das alles noch etwas seltsam an, aber bei Weitem nicht so schlimm, wie ich mir das vorgestellt habe.

Ich merke allerdings, dass ich recht vorsichtig bin. Ich traue mich manche Dinge noch nicht so anzufassen wie sonst .. oder erwarte bei der mehrfachen Händedesinfektion quasi, dass mir die Nägel gleich abfallen. Aber bisher ist noch nichts dergleichen passiert, auch die Farbe hält noch wie am Anfang.

Und irgendwie macht mich das grad glücklich, wenn ich auf meine Finger gucken kann und mich mal nicht dafür schämen muss. Irgendwo tief in mir drin scheine ich doch ein Mädchen zu sein.

~unerwartete Besuche (Teil III)~

Noch 33 Tage.

killerspinneDa bin ich gestern bei Lieblingsmutti, Kuchen futtern und quatschen und so dies und jenes tun. Ein völlig normaler Nachmittag quasi. Irgendwann mache ich mich dann auf dem Heimweg … nur um im Hausflur aufhinterhältigster Weise von einer weiteren dieser gigantischen, vier Meter großen Riesenspinnen angefallen zu werden. Sitzt dieses Riesenkillervieh einfach an der Wand und starrt mich an, überlegt wahrscheinlich schon, wie sie mich am besten zerstückeln, fressen und verdauen kann. Ich habe es genau an ihrem Blick gesehen!

Heldenhaft, und natürlich um keine weitere Massenpanik im Haus auszulösen, versuchte  ich mich mit einem Hechstprung über die letzten sechs Stufen in Sicherheit zu bringen. Immer unter Beobachtung der fünf Meter großen Bedrohung an der Wand. Um Folgeschäden zu vermeiden, musste allerdings noch ein Beweisfoto her, welches ich unter Aufbietung all meiner zur Verfügung stehenden Restkräfte zum Glück noch machen konnte.

Bevor die sechs Meter große Killerspinne die Verfolgung aufnehmen konnte, hatte ich ihr bereits die Haustür vor der Nase zugeschlagen. Meinen Vorsprung zum Nachbarhaus konnte sie zum Glück nicht mehr einholen.

Um Lieblingsmutti vor der angsteinflößenden sieben Meter Dschungelriesenkillermonsterspinne zu warnen, schickte ich ihr direkt das schnell entwickelte Beweisfoto mit ausdrücklichen Warnungen.

Ein Trupp von schwer bewaffneten Elitesoldaten mit jahrzehnterlanger Ausbildung und dem technisch mondernsten Equipment (Lieblingsmutti und eine alte Haribodose) stellte sich schließlich der acht Meter großen Bedrohung der Menschheit und eliminierte das Tier.

Wie gut, dass wir nun erstmal wieder in Sicherheit leben können .. also zumindest bis das nächste Riesenvieh an irgendeiner Wand hockt.

~Seufzfaktor hoch zehn~

Noch 35 Tage.

giraffepflegerDer Tierpfleger (54) arbeitete schon seit vielen Jahren im Diergaarde Blijdorp Zoo in Rotterdam. Dann die Schock-Diagnose: KREBS! Die Ärzte geben ihm nur noch wenige Wochen. Bevor er stirbt, will er sich von „seinen“ Tieren verabschieden. Im Krankenbett lässt er sich zum Zoo transportieren und erfüllt sich seinen letzten Wunsch.

Was dann passiert, rührt zu Tränen!

Eine der Giraffen merkt, dass etwas Besonderes in der Luft liegt. Sie schreitet auf den Todkranken zu, beugt sich mit ihrem langen Hals über ihn – und gibt ihm einen sanften Kuss. Zum allerletzten Mal ist der Tierpfleger ganz nah bei seinen Lieblingen …

Ich weiß, warum ich diese Tiere einfach nur liebe …

Quelle: bild.de (und diverse andere Seiten)