~ein neues Hobby?~

Irgendwie hat es mich dann wohl doch erwischt.

Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr – also zumindest für mich nicht – dass ich dringend etwas tun muss, um mal wieder ein bisschen in Bewegung zu kommen. Die letzten fast nur Spätdienstwochen sind motivationstechnisch die absolute Hölle. Momentan bekomme ich nichts anderes mehr auf die Kette als schlafen, duschen, arbeiten, etwas lesen, Candy Crush spielen und schlafen. Putzen und einkaufen im Spätdienst, das war schon immer etwas schwierig. Aber ich habe hier so viele unerledigte, teils wirklich wichtige Dinge liegen, die ich tagtäglich nur noch vor mir herschiebe. Das kann’s eindeutig nicht sein.

Vor ein paar Tagen bin ich mal wieder über’s Geocaching gestolpert. T. erzählt mir öfters davon, wenn sie unterwegs sind .. oder wenn der Sohnemann mal eben spontan einen Cache findet, ohne wirklich danach gesucht zu haben. Interessant und spaßig finde ich das schon länger .. aber die Motivation, sich selbst auf die Suche zu machen? Ausserdem, extra ein GPS – Gerät oder so besorgen? Um dann vielleicht später festzustellen, dass das irgendwie doch doof ist? Och nöö .. bitte nicht. Will ich nicht, brauche ich nicht. geocachingkarte

Mit GPS – fähigem Handy und entsprechender App sieht das Ganze allerdings schon ein wenig anders aus. Zum Ausprobieren, ob mir das wirklich Spaß macht, reicht das locker. Eine passende Website, auf der ich mir die Karten etwas größer ansehen kann, gibt es auch. Was also liegt dann näher, als sich die Sache wirklich mal anzusehen?

Ein paar passende Koordinaten waren schnell gefunden, auf der Karte wimmelt es hier nur vor Cacheverstecken. Schade nur, dass diverse Verstecke momentan aufgrund des Pfingstwetters noch nicht wieder erreichtbar sind. Aber trotzdem war die Auswahl groß genug. Ein paar in näherer Umgebung, eine handvoll in Waltrop, um nach der Arbeit einen Blick darauf werfen zu können.

So weit, so gut. Blöd wird es nur dann, wenn man gar nicht so wirklich weiß, wonach man suchen soll. Klar, irgendwelche Behälter. Oder Dinge, die als Behälter durchgehen könnten. Trotzdem hat es mehrere Tage gedauert, bevor ich mein erstes Erfolgserlebnis an einer Leitplanke neben einem Feld hatte. Zu dem Zeitpunkt war ich schon dezent frustriert, denn obwohl ich mir sicher war, an den richtigen Stellen zu suchen, blieb der Fund aus. Mittlerweile weiß ich, dass ich diverse Verstecke viele Male schlichtweg übersehen habe, da die Behälter völlig natürlich wirkten .. und erst bei näherem Nachdenken eine gewisse Unsinnigkeit offenbarten.

Anders zum Glück an der Leitplanke. Das Teil war so offensichtlich fehl am Platz, dass selbst ich nicht der Meinung sein konnte, dass das so sein muss. Dazu die Tatsache, dass es dunkel wurde, keine Menschenseele in meiner Nähe war und ich in aller Ruhe suchen konnte, ohne auf irgendjemanden Rücksicht zu nehmen.

cache1Und ich gestehe – nach dem Ersten … bzw. spätestens nach dem Zweiten wurde es ein klein wenig leichter, da ich mir zumindest eine ungefähre Vorstellung von dem machen konnte, was ich da eigentlich suche. Der Fakt, dass ich weiß, dass man wirklich alles nutzen kann .. und dass selbst Dinge, die man aus dem täglichen Gebrauch oder vom Sehen kennt, an anderer Stelle nicht ihren ursrpünglichen Nutzen erfüllen, sondern ein Logbuch beherbergen. Diese verflixte Kabeldose …

Bis jetzt zumindest macht es Spaß. Und es ist etwas anderes, nach dem Dienst noch ein Stündchen durch die Gegend zu laufen, als sofort nach Hause zu fahren und sich auf’s Sofa fallen zu lassen. Eigentlich hatte ich auch für heute eine kleinere Tour durch die Gegend geplant, aber da ich heute Nacht noch eine Weile unterwegs war und es draussen mittlerweile in Strömen regnet, lasse ich das erstmal sein. Dafür hat heute Nacht der Heimweg von Herne nach Bochum knappe drei Stunden gedauert, der mir aber dafür drei neue Fundstücke eingebracht hat. Ich hätte zwar gerne fünf gehabt .. aber den einen Cache konnte ich im Dunkeln wirklich nicht ausfindig machen, den Anderen habe ich nicht gefunden, obwohl ich mir sehr sicher war und immer noch bin, an der richtigen Stelle gesucht zu haben. Die Hinweise waren einfach zu deutlich und lassen eigentlich gar keinen anderen Schluss zu. Dafür habe ich diesen Winzling quasi sofort entdeckt und hatte nur mit der Bergung einige Probleme. Und Cache Nummer drei in der Nacht war mir vermutlich einfach zu groß. Nach den bisherigen Minifunden kann man eine größere Dose dann doch schonmal übersehen .. und sucht stattdessen akribisch alle Schrauben nach einem Hinweis ab. Nun gut. Passiert. Immerhin bin ich diese Nacht Mückenstichfrei geblieben. Das ist dann quasi der vierte Erfolg.

Bisher also habe ich durchaus Spaß an der Sache. Und wenn es mir damit wirklich gelingt, meinen Hintern mal wieder des öfteren raus zu bewegen .. dann soll es mir nur recht sein! Bisher suche ich zwar nur nach den relativ einfachen Dingern und traue mich an die ganzen Rätsel noch nicht wirklich heran .. aber das wird vermutlich nur eine Frage der Zeit sein.

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~Von einem Mückenlied zum Elefantenproblem~

Damit dürfte es vermutlich entgültig offiziell sein. Diverse Deutsche sind sowas von bescheuert und dämlich, das lässt sich eigentlich schon nicht mehr in Worte fassen. In solchen Momenten würde ich gerne meinen deutschen Ausweis an irgendwen anders verschenken und mich in’s weit entfernte Ausland absetzen.

Deutschland ist zum vierten Mal Weltmeister geworden. Eine grandiose Leistung, die normalerweise die reinste Partystimmung zur Folge haben müsste. Selbst eigentliche Fußballmuffel lassen sich momentan von der guten Laune anstecken. Aber dann gibt es noch diese überkorrekten Klugscheißer, die sich nicht einfach nur freuen können, sondern die direkt mit hoch erhobenem Zeigemahnfinger in der Gegend herumstochern müssen. Stein des Anstoßes ist der Gaucho – Tanz, der von einigen Spielern auf der Bühne in Berlin gesungen bzw. getanzt wurde.

wm201413Oh, wie fürchterlich diskriminierend das doch ist! Dieser Spott, diese Hähme, mit denen die armen Argentinier jetzt bedacht werden! Böse deutsche Spieler, die ihr noch auf den Gefühlen der Verlierer zweiten Sieger herumhackt! Wie könnt ihr nur! Schämen solltet ihr euch! Und da wir gerade bei an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfen sind – vergessen wir doch bloß nicht das Naziding! Natürlich lässt sich anhand eines solchen Liedes direkt erkennen, dass das deutsche Volk immer noch ein Haufen von ausländerfeindlichen Kreaturen ist, die sich über die Gegner lustig machen. Nieder mit ihnen!

Wohlbemerkt … wir reden eigentlich immer noch über die Fußballparty anlässlich der Weltmeisterschaft. Nicht über irgendwelche Diplomaten im Ausland, die sich übelste Fehltritte geleistet haben. Nicht über irgendwelche rassistischen Anschläge. Nein, es geht um ein popeliges Lied, welches in deutschen Stadien bei rein deutschen Spielen mittlerweile schon seit Jahren immer mal wieder angestimmt wird. Ein Lied, welches Fans auf den Rängen und Spielern auf dem Rasen wohl gleichermaßen Spaß macht. Ein Lied, das selbst ich schon minutenlang damals in Hamburg oder Gladbach, oder zuhause nach Siegen gegen Schalke gesungen habe. Wer mag, kann gerne mal nach „So gehn’n die Bochumer“ bei google suchen .. die Videos erzeugen bei mir immer noch eine Gänsehaut, weil die Stimmung nach solchen Spielen einfach so unglaublich toll war. Selten genug kommt’s vor. Wie ist das eigentlich in diesem Fall – spreche ich Mönchengladbach oder Gelsenkirchen oder Hamburg damit die Deutschland – Zugehörigkeit ab? Oder ist sowas dann innerdeutscher Rassismus? Wer mag, kann auch mal bei google nach der Wochenshow suchen. Neunte Staffel, die erste Folge. Ingolf Lück und sein Team veralbern ab Minute 43 ungefähr Adoro … und interpretieren ein paar deutscher Fangesänge. Möchte jemand raten, welches Lied auch da schon gesungen wird? Das war übrigens 2011 …

Jetzt haben sich also ein paar deutsche Nationalspieler erdreistet, genau dieses Lied auf der Bühne anzustimmen. Und ein paar widerwärtig, ekelige Journalisten müssen das natürlich direkt in Schimpf und Schande kommentieren. Dazu kommen viel zu viele von diesen möchtegern Gutmenschen, die direkt auf den gleichen Zug aufspringen und alle Spieler und Fans verteufel, die es wagen, ein schlechtes Wort gegen den Gegner zu sagen. Wohlbemerkt – ich spreche immer noch vom Fußball. Wenn ich jetzt mal die internationalen Spiele aussen vor lasse – wie oft kommt es in den deutschen Stadien vor, dass sich vor, während oder nach dem Spiel über den Gegner lustig gemacht wird? Und zwar auf eine deutlich bösartigere Art und Weise. Wie oft ist von unter Brücken schlafenden Anhängern die Rede, von Hurensöhnen, Arschlöchern … der Einfallsreichtum der Fans kennt keine Grenzen. Ich muss nicht alles toll finden, es gibt diverse Gesänge, die singe ich auch nicht mit. Aber ich sehe es als das, was es ist – ein Gesang beim Fußball. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich verhöhne ich damit den Gegner, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Meistens ist es als Bochum Fan jedoch andersrum. Trotzdem kann ich mit ihm anschließend ein Bierchen trinken gehen oder den gleichen Zug nach Hause teilen.

Abgesehen davon – glaubt denn irgendjemand, dass die Argentinier sich anders verhalten hätten? Waren es nicht sogar die Argentinier, die die Nachbildung einer Wirbelsäule in die Luft gehalten haben, als Anspielung auf die Verletzung des Brasilianers? Da finde ich so etwas wesentlich schlimmer. Dazu diverse bösartige Fouls auf dem Platz … sollte so etwas nicht bedeutend mehr Gewicht in der Berichterstattung bekommen, als ein dusseliger Fangesang? wm201414

Nein, natürlich ist es dieser eine Gesang, der mal wieder zeigt. wie bösartig die Menschheit doch ist. Ein Lied, das vermutlich so viel Macht hat, dass die Argentinier sich in tausend Jahren noch nicht von dem seelischen Schaden erholt haben werden. Der DFB – Präsident will sich wohl anscheinend auch noch brieflich bei den Argentiniern entschuldigen … lachhafter geht es kaum noch. Die Eilmeldung trifft es da recht gut auf den Punkt. Vielleicht sollten wir demnächst bei internationalen Veranstaltungen gar nicht mehr teilnehmen, da jeder Sieg doch wieder negativ ausgelegt werden könnte.

So hinterlässt selbst dieses unglaubliche Ereignis einen recht fiesen Nachgeschmack. Nein, nicht das Lied an sich. Auch nicht die Spieler, die einfach nur gute Laune hatten. Sondern die Medien mit ihren Journalisten, denen es manchmal wirklich gut tun würde, sich eine Minute lang hinzusetzen und nachzudenken, bevor sie ihre geistigen Ergüsse zu Papier bringen.

Ich jedenfalls werde dieses Lied in der etwas anderen Bochumer Version gerne und jedes Mal wieder singen, wenn ich die Gelegenheit dazu bekommen sollte. Und ja, ich werde Spaß dabei haben.

~es ist vollbracht~

Vorher (Mittendrin)

Es ist fertig. Und es sieht so unglaublich toll aus, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich will diese Wand. Ich will ich will ich will ich will. Ich kann die Seeluft riechen! Und die Möwen hören! Und ich kann den Sand unter meinen Füßen fühlen!

Nachher

Nachher

Diese Wand ist einfach so absolut genialst und wunderschön .. da fehlen mir die Worte. Ich könnt einfach nur weinen. Diese Freudentränen, wenn man irgendwas übelst tolles sieht und gar nicht genug davon bekommen kann …

Mika ist und bleibt einfach nur unglaublich talentiert, was sowas angeht. Das ist einfach unglaublich, was man mit Farbe alles erschaffen kann .. oder wie glücklich man Menschen damit machen kann.

~Da ist das Ding!~

wm201409Das ist unglaublich, das ist einfach so absolut geil und genialst und toll und unbeschreiblich und eigentlich finde ich gar keine Worte, wie sehr ich mich freue! Ja, sogar ich. Sogar diejenige, die sonst prinzipiell allen anderen Mannschaften die Daumen drückt. Aber wenn nicht in diesem Jahr … wann sonst hätte die deutsche Mannschaft es verdient, sich den Titel mit nach Hause zu nehmen? Auch wenn ein Großteil aus München kommt, ein anderer Teil aus Dortmund und ich weder die Einen noch die Anderen mag … in diesem Fall freue ich mich einfach wahnsinnig, dass sie sich den Titel erkämpfen konnten. Sie haben es sich mehr als verdient .. und nach den ganzen beinahe – Titeln der letzten Turniere ist das jetzt auch endlich die richtige Belohnung.

Die Belohnung dafür, dass es in der deutschen Mannschaft nicht den Einen Superstar gibt .. sondern dass es ganz viele tolle Spieler gibt, die den Sinn eines Teams verstanden haben. Der Titel ist die Belohnung dafür, dass gerade in den letzten Spielen bis zum Umfallen gekämpft wurde. Eine Belohnung für einen Torhüter, den man kurzfristig am Tor anketten musste, damit er nicht auch noch die Rolle des Stürmers übernimmt und bis zum gegnerischen Strafraum rennt. Die Belohnung für einen Spieler, der sich mal eben am Spielfeldrand eine blutende Wunde zutackern lässt, so dass er weiter spielen kann. Die Belohnung für einen ehrlichen Spieler, der kurz vor dem Spiel erkennt, dass er nicht spielen kann .. und den Platz für jemand anderen frei macht. Und für alle anderen, die sich vier Wochen lang in Brasilien den Hintern aufgerissen haben.

Und was für ein Spiel … abgesehen von der Tatsache, dass ich kurzfristig schlechte Laune hatte, weil Lieblingspapa immer noch schmollt und nichtmal das Finale mit uns sehen wollte. Ich war pünktlich zuhause, konnte sogar die Hymne noch hören. Lieblingsmutti lies sich kurz nach mir auf’s Sofa plumpsen .. und drehte anschließend auf wie ein Fanprofi. Da wurde geschimpft, gebrüllt, gejubelt, gestöhnt, aufgeschrieen … nein, diese lauten Kreischanfälle zwischendurch, das war nicht immer ich. Mutti kann sowas scheinbar auch. Dabei interessiert sie sich doch gar nicht für Fußball … Aber sie sprang neben mir auf dem Sofa herum wie jemand, der seit Jahren nichts anderes gemacht hat. wm201412

Okay, irgendwann zwischendurch musste ich ihr nochmal kurz die Sache mit dem Abseits erklären. Aber dank diverser Kerzen, Stifte und Taschentücher lies sich auch dieses Phänomen erklären.

Nur die Verlängerung, die hätte nicht sein müssen … neunzig Minuten Herzrasen sind an sich schon genug, vor allem wenn man sieht, dass die Kräfte deutlich nachlassen. Dazu die Überlegungen, wer denn für ein Elfmeterschießen überhaupt noch auf dem Platz steht.

Ich mag Mario Götze an sich wirklich nicht … aber dass ausgerechnet er das wichtige Tor schießt … Respekt Junge. Ganz große Klasse und ich hoffe nur, dass das mal wieder ein fußballerischer Weckruf war .. und er sich demnächst wieder mehr auf den Sprt und weniger auf die Werbung konzentriert. Immerhin dürften so die ganzen Kritiker erstmal still sein .. also quasi doppelt gewonnen.

wm201411Am Boden zerstörte Argentinier, vor Glück weinende Deutsche .. und endlich, endlich die Situation, dass die Ersatzspieler und Trainer und Betreuer nach dem Schlußpfiff auf den Rasen rennen und sich freuen. Endlich! Kein abgehakter Pflichtsieg .. sondern wahre, unverfälschte Freude. Das macht übrigens selbst Angie und den Präsidenten sympathisch .. wenn man sieht, wie die sich auf der Tribüne freuen. Scheiß was auf politische Korrektheit .. ein Tor ist ein Tor .. und den Weltmeistertitel muss man lautstark feiern! Autokorsos wohin man hört, selbst Feuerwerke gab’s zwischendurch. Vermutlich konnte da niemand wirklich früh schlafen. Hier in der Bochumer Innenstadt sollen die Leute wohl bis acht Uhr durchgefeiert haben. Welch Glück für diejenigen, die frei hatten. Ich hatte das große Glück eines Frühdienstes .. aber trotz ganz winzig kleiner Augen ganz viele Leute, denen es nicht besser ging, weil so gut wie jeder das Spiel bis zum Ende gesehen hat.

Vier Wochen Brasilien, vier Wochen Fußball .. immer wieder eine schöne Zeit. Auch wenn meine Lieblinge früher nach Hause fahren mussten. Auch wenn es viele Entscheidungen gab, die ich nicht wirklich toll fand. Aber das ist Fußball. Und eine Weltmeierschaft ist immer nochmal etwas anderes als die normale Bundesliga.

Ich freue mich einfach noch eine Weile weiter. Klar, kaufen kann ich mir dafür nichts. Aber dieses Gemeinschaftsgefühl .. alle haben ein Thema, über das sie sich freuen können. Auf der Straße fallen sich wildfremde Menschen um den Hals. Ernsthaft .. ich liebe das. Und ich genieße diese Momente .. denn die traurige Realität holt uns noch früh genug wieder ein.

Von daher ….

Hallo lieber vierter Stern! Es ist so schön, dass du jetzt endlich bei uns bist! Wir haben dich wirklich schon sehnsüchtig erwartet! Setz dich, nimm dir einen Keks … und richte dich auf dem Trikot ruhig häuslich ein. Da kannst du nämlich jetzt bleiben! wm201410

~das erste Wochenende~

Mein erstes, offizielles Dienstwochenende. Ich fühle mich irgendwie .. unterstresst. Ich will jetzt nicht sagen gelangweilt, weil das klingt dann irgendwie direkt schon wieder so negativ, und so ist das überhaupt und absolut nicht gemeint. Aber die Unterschiede sind schon recht groß.

Wir sind dieses Wochenende relativ gut besetzt, auch wenn Kollege H. nur ein paar Stunden am Vormittag fährt. Heute habe ich nur meinen Spätdienst, bin also von knpp vier bis um neun unterwegs. Die Fahrwege rechne ich jetzt mal nicht mit. Aber das ist schonmal eine Schicht weniger als in der letzten Firma.

Morgen fahre ich zwar doppelt einen Teildienst, bin aber trotzdem im Frühdienst von vielleicht viertel vor sieben bis zehn unterwegs .. und dann eben nachmittags nochmal. Das ist lediglich eine blöde Zeitaufteilung, aber mit Abstand nicht so anstrengend wie die zwölf Stunden Schichten in der alten Firma. Ab heute Nacht kommt noch die Bereitschaft mit dazu, wobei N. aber schon gesagt hat, dass ich sie anrufen soll, falls das Telefon wider Erwarten doch mal klingeln sollte. Bedeutet, ich werde zwar wach zum Telefonieren, muss aber nichtmal ‚rausfahren. Herz, was willst du mehr?

Für morgen Nachmittag haben zum Glück diverse Leute schon abgesagt .. mit dem Rest habe ich einen Deal ausgehandelt, dass ich ein klein wenig eher kommen kann, so dass auch ich um neun Uhr vor irgendeinem Fernseher sitze. Morgen ist Finale .. ich bin aufgeregt und vorfreudig wie ein Kind auf Weihnachten. Das werde ich mir bestimmt nicht durch einen Dienst klauen lassen.

Auch hier der deutliche Vorteil. Ob ein so früher Feierabend bei der alten Firma machbar gewesen wäre .. ich weiß es nicht. Hier jedoch geht’s. Sowieso ist hier alles weniger stressig. Die Patienten sind, soweit ich sie bisher kennenlernen durfte, absolut toll und liebenswert und es gibt eigentlich niemanden, mit dem ich nicht zurecht komme. Ich werde jetzt schon mit Kleinigkeiten überhäuft, habe gestern in den ersten zweieinhalb Stunden ein Glas Marmelade, Pralinen, Obst und ein Stück Kuchen mit auf den Weg bekommen. Was will man mehr? Auch die Kollegen sind eigentlich toll. Eigentlich. Es gibt ein paar Ausnahmen und eigentlich ist eh niemand so toll wie Lieblingsbimba und Kollegin M. … aber immerhin sind N. und auch J. wieder bei mir. Schon erstaunlich, was sowas ausmachen kann.

Ich schimpfe und fluche über die frühen Aufstehzeiten .. aber mir geht’s eindeutig besser. Also war’s, trotz allem Ärger der jetzt noch kommen wird, definitiv die richtige Entscheidung.