~Leichte Panik in drei … zwei … eins …~

Noch 101 Tage.

Es ist nicht so, dass ich langsam in Panik gerate oder so. Aber sämtliche bisher erfolgreichen Verdrängungsmechanismen aus den letzten Wochen und Monaten versagen jetzt im Moment gerade völlig und lassen mich von Minute zu Minute hibbelger .. und schlafloser werden. Irgendwo bin ich ja schon froh, dass ich nicht um sechs oder halb sieben im Krankenhaus antanzen darf, sondern erst zu relativ gemäßigter Zeit um halb neun. Trotzdem wird mir jetzt dezent übel, wenn ich daran denke, dass ich in etwas weniger als zwölf Stunden auf dem Tisch liege .. oder vielleicht hoffentlich schon alles hinter mir habe.

„Machen Sie sich jetzt erstmal keine Gedanken, genießen Sie die Feiertage und rutschen sie gut in’s neue Jahr ‚rein .. und dann können die Gedanken kommen.“

Scheinbar habe ich das recht gut beherzigt, immerhin. Das Gedankenkarussell dreht sich wirklich erst seit Neujahr immer schneller, vor allem da jetzt mittlerweile auch Lieblingsmutti Bescheid weiß und natürlich noch unendlich viele Fragen hat. Warum habe ich ihr nicht eher etwas gesagt, warum habe ich das nicht eher machen lassen, warum bin ich am Anfang so unregelmäßig zur Vorsorge gegangen, was ist das da jetzt wirklich, wie schlimm ist es, bin ich anschließend wieder gesund, was kann da noch passieren .. und noch ganz viele Dinge mehr, über die ich mir eigentlich gar nicht so wirklich den Kopf zerbrechen möchte. Zumindest jetzt nicht. Vielleicht am Freitag mal. Oder später. Aber nicht jetzt. Ich will jetzt nicht wissen, was da noch passieren kann, oder was passiert, wenn ich jetzt in den letzten Wochen oder Monaten alles doch zu lange herausgezögert habe. Diese Überreaktion dank Arbeit in der Palliativpflege hat mir am Anfang schon gereicht, das brauche ich jetzt nicht nochmal.

Bringt mir im Endeffekt auch nichts. Wenn ich mir Muttis Reaktion vorstelle, wenn ich mir meine Gedanken anmerken lasse … autsch. Im Leben nicht. Sie hatte am Sonntag schon Tränen in den Augen und konnte kaum sprechen. Teils aus Sorge, teils aus einer Art von Wut über meine Trödeligkeit und teils wegen schwachsinnigen Selbstvorwürfen – wenn sie schließlich nicht im Krankenhaus gelegen hätte, dann wäre ich ja bestimmt schon im November und eher in Oberhausen gewesen. Ist klar. Also statt Angst oder Panik rede ich Mutti lieber erstmal diesen Schwachsinn aus.

Morgen früh um halb neun also. Damit startet 2015 absolut scheiße .. und kann doch eigentlich nur noch besser werden. Oder?

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~Platz für eigenen Senf~

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