~Arztpraxis zur Sprengung freigegeben~

Noch 79 Tage.

Ich versuche gerade, einfach ruhig weiterzuatmen. Tief ein – und ausatmen, mein inneres Gleichgewicht finden .. und bloß nicht sämtlichen Mitarbeitern der diabetologischen Praxis mit dem nackten Hintern in’s Gesicht springen.

Ernsthaft, so eine Unfähigkeit habe ich schon lange, sehr lange nicht mehr erlebt. Ich kenne eine Menge Ausreden aus Arztpraxen, warum die eine Verordnung oder das andere Rezept noch nicht ausgestellt werden konnte. Ich kenne auch eine Menge glaubhafte Gründe dafür, die ich dann gerne akzeptiere und einen Tag später nochmal wiederkomme.

Aber dass es unterschiedliche Mitarbeiterinnen gibt, die mir nicht nur versuchen zu erklären, dass sie die benötigte Verordnung innerhalb von drei Tagen nicht ausstellen konnten .. sondern die mir dann noch glaubhaft versichern wollen, dass sie es in vier Tagen nicht einmal geschafft hätten, mit dem zuständigen Arzt überhaupt über diese Verordnung zu reden, ob er die denn überhaupt ausstellen möchte oder nicht .. da platzt mir echt der Kragen. Da kann und will ich auch nicht mehr höflich oder diplomatisch oder freundlich sein, da will ich deren Kopf einfach nur noch so lange vor die Wand hauen, bis die endlich kapieren, dass auch wir nur versuchen, unsere Arbeit zu machen. Arbeit, die deren Arzt bei einem Patienten angeordnet hat, ohne sich darum zu kümmern, ob dieser Mensch es alleine schafft, die Anordung durchzuführen oder nicht. Wie Gehirnzellenamputiert muss man sein? Entweder halten die uns wirklich für extrem blöd .. oder der Arzt muss so ein Riesenarsch sein, dass sich niemand traut, ihn anzusprechen.

Wir fahren seit einer Woche zu einem jungen Mann, der aufgrund seiner geistigen Beeinträchtigung nicht in der Lage ist, das vom Arzt neu angeordnete Insulin mittags zu spritzen. Seit einer Woche machen wir diese Arbeit erstmal umsonst, weil die Kasse ohne Verordnung eh nichts bezahlt. Das scheint dem Arzt aber egal zu sein – wie erwähnt, hat er sich nicht einmal darum gekümmert, ob irgendjemand das Insulin verabreichen kann oder nicht. Seit mittlerweile über einer Woche versuchen wir abwechselnd, an diese Verordnung zu kommen. Aber die Mitarbeiterinnen der Wohngruppe und der Werkstatt haben da genau so wenig Glück bzw. Erfolg wie wir.

Zum Glück ist die Betreuerin aus der Werkstatt ebenso sauer wie ich .. und beißt sich in die andere Wade des Arztes fest. Ich bin mal gespannt, wann man da irgendwas erreicht .. oder ob das jetzt bis in alle Ewigkeit so weitergehen soll.

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~Platz für eigenen Senf~

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