~es juckt~

Es gibt doch irgendwie nichts schöneres, als nach den Spätdiensten noch ein wenig in der Gegend herumzusuchen. Egal, ob es sich um Suchktionen quasi mitten in der Stadt oder auf irgendwelchen Feldwegen handelt. Manchmal bleibt einem ja auch gar keine andere Möglichkeit, tagsüber sind an manchen Stellen einfach zu viele Muggel unterwegs, so dass es schon auffällt, sollte man spontan in’s Gebüsch springen .. oder unter irgendwelchen Reklametafeln herkriechen.

Allerdings sollte ich weitere derartigen Aktionen eher auf die kühleren Tage legen. Alles andere tut mir eindeutig nicht gut. Dabei ist die Temperatur an sich das geringste Problem, damit komme ich zurecht. Dezent problematischer sind da eher die freien Hautstellen, die aufgrund kürzerer Hosen und TShirts mehrfach vorhanden sind und in der freien Wildbahn schnellstmöglichen von fiesen Mückenviechern als Haupnahrungsquelle eingenommen werden. Ich befürchte, in der letzten Woche gab es nicht einen einzigen Körperteil, der nicht von mindestens einem dieser Monster in Beschlag genommen wurde. Ich könnte den ganzen Tag gerade quasi mit Kratzorgien verbringen und muss stellenweise wirklich aufpassen, dass ich es da nicht überstreibe. Stichwort Stahlbürste oder so. Wobei diese bunten Peelinghandschhuhe auch schon toll sind. Gepeelt bis auf die Knochen quasi.

Ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Problem sind die lieben Brennesseln, die sich überall da einnisten, wo ich gerne hin möchte. Oder auch da, wo ich quasi nur versehentlich hin wollte. Zusätzlich zu den vorhandenen Stichen sorgt das wirklich für unvergessliche Juck – und Kratzmomente. Sollte jeder mal versucht haben, wirklich!

Deswegen ist es vermutlich deutlich geschickter, zumindest mit langen Hosen durch die Welt zu wandern. Auf die Arme kann ich notfalls dann noch aufpassen, nach oben oder unten oder zur Seite ausweichen. Aber ein Brennesselfußboden … nunja. Genau der hinderte mich in den letzten Tagen daran, durch dieses Loch da zu schlüpfen. Ich weiß, dahinter ist genau das, was ich haben will. Nur leider komme ich nichtmal zur genaueren Suche in’s Gebüsch, da es hinter den erkennbaren Blättern ein kleines Stückchen bergab geht und man unten quasi in einem Brennesselgebüsch landet. Rechts und links kein Baumstamm oder etwas anderes, an dem man sich festhalten könnte. Langsam gehen und ausweichen funktioniert also nicht .. und heldenhaft den knappen Meter Höhenunterschied im Sprung zurück legen leider auch nicht. Dazu brauche ich also dringend eine lange Hose, die bei den momentan herrschenden Temperaturen aber die absolute Höchststrafe wäre.

Es bleibt also nur die Geduld … warten, bis man lange Hosen wieder gefahrlos tragen kann und dann nochmal ab auf den Feldweg, der zum Glück mehrere solcher Schätze beherbergt …

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~ein neues Hobby?~

Irgendwie hat es mich dann wohl doch erwischt.

Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr – also zumindest für mich nicht – dass ich dringend etwas tun muss, um mal wieder ein bisschen in Bewegung zu kommen. Die letzten fast nur Spätdienstwochen sind motivationstechnisch die absolute Hölle. Momentan bekomme ich nichts anderes mehr auf die Kette als schlafen, duschen, arbeiten, etwas lesen, Candy Crush spielen und schlafen. Putzen und einkaufen im Spätdienst, das war schon immer etwas schwierig. Aber ich habe hier so viele unerledigte, teils wirklich wichtige Dinge liegen, die ich tagtäglich nur noch vor mir herschiebe. Das kann’s eindeutig nicht sein.

Vor ein paar Tagen bin ich mal wieder über’s Geocaching gestolpert. T. erzählt mir öfters davon, wenn sie unterwegs sind .. oder wenn der Sohnemann mal eben spontan einen Cache findet, ohne wirklich danach gesucht zu haben. Interessant und spaßig finde ich das schon länger .. aber die Motivation, sich selbst auf die Suche zu machen? Ausserdem, extra ein GPS – Gerät oder so besorgen? Um dann vielleicht später festzustellen, dass das irgendwie doch doof ist? Och nöö .. bitte nicht. Will ich nicht, brauche ich nicht. geocachingkarte

Mit GPS – fähigem Handy und entsprechender App sieht das Ganze allerdings schon ein wenig anders aus. Zum Ausprobieren, ob mir das wirklich Spaß macht, reicht das locker. Eine passende Website, auf der ich mir die Karten etwas größer ansehen kann, gibt es auch. Was also liegt dann näher, als sich die Sache wirklich mal anzusehen?

Ein paar passende Koordinaten waren schnell gefunden, auf der Karte wimmelt es hier nur vor Cacheverstecken. Schade nur, dass diverse Verstecke momentan aufgrund des Pfingstwetters noch nicht wieder erreichtbar sind. Aber trotzdem war die Auswahl groß genug. Ein paar in näherer Umgebung, eine handvoll in Waltrop, um nach der Arbeit einen Blick darauf werfen zu können.

So weit, so gut. Blöd wird es nur dann, wenn man gar nicht so wirklich weiß, wonach man suchen soll. Klar, irgendwelche Behälter. Oder Dinge, die als Behälter durchgehen könnten. Trotzdem hat es mehrere Tage gedauert, bevor ich mein erstes Erfolgserlebnis an einer Leitplanke neben einem Feld hatte. Zu dem Zeitpunkt war ich schon dezent frustriert, denn obwohl ich mir sicher war, an den richtigen Stellen zu suchen, blieb der Fund aus. Mittlerweile weiß ich, dass ich diverse Verstecke viele Male schlichtweg übersehen habe, da die Behälter völlig natürlich wirkten .. und erst bei näherem Nachdenken eine gewisse Unsinnigkeit offenbarten.

Anders zum Glück an der Leitplanke. Das Teil war so offensichtlich fehl am Platz, dass selbst ich nicht der Meinung sein konnte, dass das so sein muss. Dazu die Tatsache, dass es dunkel wurde, keine Menschenseele in meiner Nähe war und ich in aller Ruhe suchen konnte, ohne auf irgendjemanden Rücksicht zu nehmen.

cache1Und ich gestehe – nach dem Ersten … bzw. spätestens nach dem Zweiten wurde es ein klein wenig leichter, da ich mir zumindest eine ungefähre Vorstellung von dem machen konnte, was ich da eigentlich suche. Der Fakt, dass ich weiß, dass man wirklich alles nutzen kann .. und dass selbst Dinge, die man aus dem täglichen Gebrauch oder vom Sehen kennt, an anderer Stelle nicht ihren ursrpünglichen Nutzen erfüllen, sondern ein Logbuch beherbergen. Diese verflixte Kabeldose …

Bis jetzt zumindest macht es Spaß. Und es ist etwas anderes, nach dem Dienst noch ein Stündchen durch die Gegend zu laufen, als sofort nach Hause zu fahren und sich auf’s Sofa fallen zu lassen. Eigentlich hatte ich auch für heute eine kleinere Tour durch die Gegend geplant, aber da ich heute Nacht noch eine Weile unterwegs war und es draussen mittlerweile in Strömen regnet, lasse ich das erstmal sein. Dafür hat heute Nacht der Heimweg von Herne nach Bochum knappe drei Stunden gedauert, der mir aber dafür drei neue Fundstücke eingebracht hat. Ich hätte zwar gerne fünf gehabt .. aber den einen Cache konnte ich im Dunkeln wirklich nicht ausfindig machen, den Anderen habe ich nicht gefunden, obwohl ich mir sehr sicher war und immer noch bin, an der richtigen Stelle gesucht zu haben. Die Hinweise waren einfach zu deutlich und lassen eigentlich gar keinen anderen Schluss zu. Dafür habe ich diesen Winzling quasi sofort entdeckt und hatte nur mit der Bergung einige Probleme. Und Cache Nummer drei in der Nacht war mir vermutlich einfach zu groß. Nach den bisherigen Minifunden kann man eine größere Dose dann doch schonmal übersehen .. und sucht stattdessen akribisch alle Schrauben nach einem Hinweis ab. Nun gut. Passiert. Immerhin bin ich diese Nacht Mückenstichfrei geblieben. Das ist dann quasi der vierte Erfolg.

Bisher also habe ich durchaus Spaß an der Sache. Und wenn es mir damit wirklich gelingt, meinen Hintern mal wieder des öfteren raus zu bewegen .. dann soll es mir nur recht sein! Bisher suche ich zwar nur nach den relativ einfachen Dingern und traue mich an die ganzen Rätsel noch nicht wirklich heran .. aber das wird vermutlich nur eine Frage der Zeit sein.