~das blaue Bild~

Noch 67 Tage.

Nach elf in der Nacht nochmal eben im Schlafanzug über die Straße rennen, weil Lieblingsmutti am Fernseher irgendeine Taste gedrückt hat („versehentlich!!“) und jetzt statt Film nur noch blauen Bildschirm sieht.
Dramen des Alltags. Aber wenn mehr nicht ist, geht’s ja noch. Bevor sie wirklich gemerkt hat, dass ich schon da bin, konnte ich den Fernseher vom PC – Modus wieder zurück auf normalen Fernsehempfang stellen. Ja, ich habe Zauberkräfte in den Händen. Zum Glück.

~Achtung, Baustelle~

Noch 69 Tage.

So. Ab heute ist hier Baustelle. Nix mehr mit gemütlichem Wohnzimmer, kuschelig auf der Couch sitzen und sowas. Seit heute existieren meine Möbel quasi nicht mehr. Zumindest nicht mehr bei mir. Netterweise hat sich der Lieblingspapa bereit erklärt, in den nächsten Jahren auf den Schrank, die Kommode und das Sofa aufzupassen, damit ich mir ein paar neue Schätze zulegen kann.

Doch bevor die in mein kuscheliges Heim einziehen und ich mich wieder auf mein Sofa werfen kann, steht noch eine Menge Arbeit an. Die Tapeten müssen ab, das Laminat muss raus. Die vermutlich anwesenden dicken Löcher in den Wänden müssen gestopft werden. Neue Tapeten müssen an die Wand, neues Laminat auf den Boden. Klingt alles .. machbar, natürlich. Zum Glück habe ich ein paar Tage frei, so dass ich quasi von morgens bis abends hier werkeln kann.

laminathaeufchenNetterweise hat mein Lieblingsherni heute geholfen, das ganze Möbelzeug über die Straße zu schleppen. Okay, vermutlich werden weder er noch sein Nerv jemals noch ein Wort mit mir wechseln .. aber vielleicht habe ich den begeisterten Blick am Ende auch falsch gedeutet. Auch wenn ich daran gerade nicht glaube.

Weil’s in den Fingern gejuckt hat und ich einfach nur mal wissen wollte, wie und ob das alles so klappt, habe ich vorhin schonmal angefangen, das Laminat einzusammeln. Der schwierigste Teil war vermutlich das Entfernen der Türleiste, die mit irgendeiner Klebemasse so sicher und fest angebracht wurde, dass sie vermutlich auch bei einem Hauseinsturz noch die drei Fliesen mit dem Laminat verbinden würde. Aber nachdem ich das dann fachmännisch ‚rausgekloppt habe, war der Rest verhältnismäßig einfach, so dass mich jetzt eigentlich nur die späte Uhrzeit davon abhält, hier noch weiter zu arbeiten.

Momentan bin ich echt motiviert .. ich hoffe, das bleibt auch so.

Super Bowl XLIX

Noch 75 Tage.

Ich hab’s wirklich getan .. und habe mitgefiebert bis zum Ende. Andere Leute schlafen um diese Zeit, ich sitze dann eben vor’m Fernseher, brülle eben jenen lautstark an, hüpfe auf dem Sofa herum wie eine Irre .. und bin auch sonst irgendwie völlig fasziniert und in den Bann gezogen.

superbowl2015Die Rede ist vom Super Bowl, der letzte Nacht netterweise auch hier in Deutschland übertragen wurde. Leider mussten wir auf die tollen Commercials verzichten und hatten unsere bekannte, langweilige Werbung hier .. aber dank netter Leute durfte ich verspätet die Videos sehen, die im amerikanischen Tv gezeigt wurden. Auch bekloppt – man guckt sich freiwillig Werbung an. Aber hey, die Dinger waren wirklich, wirklich toll!

Noch toller war allerdings das Spiel. Also zumindest für mich Frischling in dem Bereich. Schön ist es, wenn man bei so etwas mitfiebern kann, aber noch keinen wirklichen Favoriten hat, weil man den Sport einfach zu wenig kennt. Es ist spannend .. aber es fehlen zum Glück diese halben Herzinfarktmomente. Zumindest ist das so, bis man irgendwann im zweiten Viertel auf einmal merkt, dass man doch ein klein wenig mehr zu den Patriots hält, warum auch immer. Vielleicht lag es am einzigen Deutschen im Spiel. Muss aber nicht. Auch wenn Sebastian Vollmer vollmer1schon toll ist. Tom Brady sowieso. Und Julian Edelman eh. Aber ich habe keine Ahnung, ob das wirklich die Gründe sind, weswegen ich mich auf einmal mehr zu einem Team hingezogen fühlte. Natürlich rechtzeitig um zu sehen, wie die Seahawks in Führung gehen. Rechtzeitig, um den Rest des Spiels eben doch mit dieser Herzinfarktgefahrenstimmung zu schauen. Aber ich gestehe – ich liebe es. Besonders dann, wenn das Daumen drücken und hüpfen und kreischen quasi belohnt wird .. und die Pats ein paar Minuten vor dem Ende den Rückstand doch noch in einen winzigen Vorsprung drehen .. und diesen durch eine unglaubliche Situation bis zum Schluß wider Erwarten halten können. Nervenkitzel pur .. einfach nur genial.

Ja, meine Nachbarn tun mir gelegentlich leid. Meine kleinen Kreischanfälle beim Fußball kennen sie ja schon. Nächtliche Töne dieser Art waren definitiv neu für sie. Aber man muss ja schließlich alles mal gemacht haben, nicht wahr?

superbowlXLIXVon der Halbzeitshow könnten sich manche Vereine bzw. Ligen hier mal was abschauen. Katy Perry kann man mögen .. muss man aber zum Glück nicht. Aber diese Halbzeitshow war schon ein anderes Kaliber als das Badewannenrennen von der Firma Hasenkamp im Ruhrstadion.

Außerdem fand ich Björn Werner als Co – Kommentator toll. Auch wenn dieser seltsame Englisch – Deutsch Mix wirklich gewöhnungsbedürftig am Anfang war – er hat toll und vor allem verständlich auch für Anfänger erklärt, so dass dieses riesige Fragezeichen im Kopf nach und nach wirklich verschwunden ist. Dafür kann er gerne weiterhin in diesem Sprachmix reden. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, klingt es nicht seltsamer als bayrisch sprechende Wesen.

Das war also der Super Bowl XLIX. Jetzt gibt’s erstmal eine lange, sehr lange Pause .. und ich hoffe, dass ich in der neuen Saison mehr Spiele gucken kann. Irgendwie, irgendwo. Das wär schon toll.

Und bis es so weit ist, halte ich mich halt weiterhin mit den New York Titans über Wasser.